Start Information Rückblick Fortbildungsseminar 2010 - Symposium Fang Aquarienfische
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Der VDA bedankt sich bei allen, die am VDA-Vivaristik Symposium teilgenommen haben und uns ihre Meinungen und Anregungen zum Symposium zugeschickt hatten. Ein besonderer Dank gilt den Referenten, die uns an zwei Tagen, umfassend über die Thematik informiert haben. Wir werden Sie an dieser Stelle über die Planungen für das nächste VDA-Vivaristik Symposium informieren.

Das Motto des Symposiums lautete:

"Der Weg der Aquarienfische vom Fang bis in die Aquarien"

Das Symposium wurde vom VDA und der DATZ-Redaktion veranstaltet und fand vom Samstag, den 27. März um 10.00 Uhr bis Sonntag, den 28. März um 16.00 Uhr statt.


VDA Symposium 2010 - Rückblick

 Die Fuldarer Fortbildungstage des VDA wurden nach 4 Jahren mit neuen Inhalten wieder ins Programm des VDA aufgenommen. Nachdem die letzten Fortbildungsveranstaltungen das Grundlagenwissen als Thematik beinhalteten, ist das neue Konzept der Symposien, die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen der Vivaristik. Neu ist auch die Zusammenarbeit mit der DATZ.

Unverändert geblieben sind die Rahmenbedingungen mit einer Rundumversorgung für Leib und Seele und dem Angebot eines umfassenden Meinungsaustausches an zwei Tagen.

 Das VDA-Vivaristik-Symposium 2010, vom 27. - 28. März 2010 im Parkhotel - Kolpinghaus Fulda, beschäftigte sich mit dem Thema: „Der Weg der Aquarienfische vom Fang bis in die Aquarien“.

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Der Präsident des VDA Dr. Stefan K. Hetz und Rainer Stawikowski von der DATZ konnten gut 80 Teilnehmer begrüßen, die auch aus dem benachbarten Ausland angereist waren. Zudem konnten Vertreter des Handels, Hersteller von Aquarienbedarf, der Veterinärämter und von BNA, IGL und DKG begrüßt werden.

 

Dr. Stefan K. Hetz, VDA, stellte zu Beginn einige „Gedanken zur Ökologie der Fische in Amazonien zur Regen- und Trockenzeit“ zur Diskussion. Reproduktion der Fische, Höhe der Vermehrungsraten, Abhängigkeit von Lebensraumgröße, Futterverfügbarkeit, Feinde usw. wurden an Beispielen ausführlich erläutert und bildeten somit einen idealen Einstieg in die Gesamtproblematik.

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„Holzeinschlag, Rinderproduktion, Bergbau und Aquarienfischfang: Zur Naturnutzung in Amazonien“. Rainer Stawikowski, DATZ, stellte fest, dass die Artenvielfalt der Fische in Amazonien mit ca. 3000 Arten zu beziffern ist. Darunter fallen Speisefische als wichtige Nahrungsquelle der Bevölkerung. Obwohl die Aquakultur von Fischen noch nicht verbreitet ist, sollten die Auswirkungen fremder Arten beachtet werden. Fang und Export von Aquarienfischen werden durch Positivlisten in Brasilien geregelt. Die daraus resultierenden Importeinschränkungen sind allen bekannt und erfordern Maßnahmen zur Sicherung der vorhandenen Arten. Das Vorhandensein endemischer Arten z.B. im Bereich der Stromschnellen wird zu wenig beachtet. Hier erfolgt durch z.B. Staudammbau eine Veränderung und Zerstörung der Lebensräume und somit auch eine Ausrottung von Arten. Straßenbau, Holzeinschlag, Rinderzucht, Sojaanbau, Bergbau u.a. tragen zu Biotopzerstörung bei, sind aber auch Grundlage für die Entwicklung der Länder und Perspektiven der Menschen auf Bildung und Arbeit.

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„Fischfang und Logistik in Asien anhand ausgewählter Beispiele.“ Frank Schäfer, Aquarium Glaser, erläuterte exemplarisch am Beispiel der Zierfische aus Indien, sehr beeindruckend die Fangmethoden, verbunden mit der erforderlichen Logistik. Über Kalkutta werden seit dem Jahr 1900 Fische exportiert. Auf Grund dieser langen Zeit und den damit verbundenen Exportlosen Zeiten stellte er fest, dass Zuchtstämme über 50 – 60 Jahre problemlos ohne Auffrischung gezogen werden können.

Die Besonderheit der dortigen Arten wurden mit der besonderen isolierten erdgeschichtlichen Entwicklung Indiens erklärt.

Fischfang hat in Indien einen religiösen – ethischen Hintergrund, das bedeutet, dass in den einzelnen Regionen Indiens, das Verhältnis Fisch – Mensch sehr verschieden ist und dies auch Auswirkungen auf den Fang von Aquarienfischen hat. Die Fischfangmethoden sind sehr vielfältig und oft erfolgt Nahrungserwerb und Aquarienfischfang gleichzeitig. Der Export ist zudem abhängig von den vorhandenen Transportwegen in Verbindung mit Zeit, Temperatur und Wasserwerten.

 Ingo Seidel, aqua-global: „Die Aquarienfisch-Industrie in Singapur: Sunbeam Aquarium, der größte Zierfisch-Exporteur der Welt“, stellte die Zuchtfarmen in Singapur vor, mit Bildern von Außenteichen, Netzteichen und Betonbecken. Er erläuterte die Zucht über die Selektion der Tiere bis hin zum Versand. Ebenso wurden die Verpackungsmethoden und die automatische Versandabfertigung vorgestellt. Extremzuchten und die Thematik Qualzuchten wurden im Vortrag nicht ausgespart.

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Dr. Markus Biffar, Aquarium Glaser: „Import von Aquarienfischen aus der Sicht eines Importeurs: Logistik, Probleme und Lösungen“

Aus Sicht des Importeurs zeigt sich derzeit eine negative Absatzentwicklung. Die kann nicht mit der Finanzkrise in Verbindung gebracht werden, da im Ausland das Interesse an der Aquaristik ungebrochen hoch ist und eher einen positiven Trend aufweist.

Die erforderliche Logistik wird durch sehr große Bürokratie im In- und Ausland erschwert und ist zudem ein erheblicher Kostenfaktor. So erschweren Zeitvorgaben und Kontrollen bei den Flughäfen einen schnellen Transport. So durchlaufen z.B. in Frankfurt die Sendungen 7 unterschiedliche Ansprechpartner für Entladefreigabe, Flughafentransport, Animal Lounge, Dokumente, Verzollung und Veterinärkontrolle. Als Dokumente müssen u.a. Frachtvertrag, Versorgungsplan, Gesundheitszeugnis, Transporterklärung, Transportfähigkeit usw. vorliegen. Hinzu kommen Fehlleitungen von Sendungen, Flugausfälle usw., die Einfluss auf die gesamte Logistik nehmen.

Weitere Probleme entstehen durch die saisonale Verfügbarkeit von Aquarienfischen.

Die Zierfischzucht wirkt sich positiv auf die Erwerbstätigkeit im Ausland aus. Gleichzeitig ist aber auch eine „Überproduktion“ von Fischen zu beobachten.

Hobbynachzuchten sind besser, aber auch teurer, bedingt durch z.B. hohe Energiekosten.

Dr. Biffar sieht eine Trendwende von der negativen Entwicklung der Aquaristik weg, durch eine Heranführung der Kunden an die Aquaristik durch qualifizierte Verkäufer.

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Gedankenaustausch und Diskussionen nach den Vorträgen und in den Pausen

Sym8Über das Thema: „Vom Beutel ins Aquarium: Transportstress durch lange Reisezeiten und problemloses Umsetzen der Fische ins Aquarium“ referierte Dieter Untergasser, Sera.

Die „Reise“ vom Exporteur bis zum Importeur beträgt 24 – 36 Stunden. Durch verschiedene Versuchsreihen wurden die Veränderungen im Transportwasser während dieser Zeit untersucht und an Grafiken dargestellt und erläutert. Zusammenfassend kann gesagt werden: Leitwert und Ammonium steigen an, der pH-Wert sinkt. Die Zusammenwirkung von Leitwert und Ammonium/Ammoniak wurde in diesem Zusammenhang besonders behandelt. Dies führt zu Stressfaktoren beim Umsetzen.

Problematik Leitwert: Absenkung des Leitwertes führt zum Schock und zu Schleimhautschädigungen mit der Folge einer erhöhten Infektionsgefahr. Ein weiteres Problem ist das Umsetzen in kälteres oder wärmeres Wasser. Zu all diesen Themenbereichen wurden Beispiele vorgestellt und Lösungsansätze aufgezeigt.

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Roberto Hensen, OFI: „Commercial fish trade in the EU - current status and further developments“ referierte über die Arbeit der OFI (Ornamental Fish International). Die Ausführungen wurden von Dr. Stefan K. Hetz zusammenfassend übersetzt. Die OFI vertritt verschiedene am Zierfischim- und -export beteiligte Partner. Von der eben erst stattgefundenen Cites-Konferenz berichtete er, dass in Zukunft mehrere Arten (evtl. einige L-Welse) streng geschützt und damit vom Handel ausgenommen werden. Weiter berichtete er von der Faunenverfälschung durch importierte Fische in anderen Ländern.

Sym11 Dr. Vladko Bydzowsky, Budweis war mit seiner Tochter angereist und berichtete über „Zierfischzucht in Südböhmen - Versorgung des Fachhandels mit europäischen Nachzuchten“.

Wir sahen Bilder von einer intakten Natur mit extrem weichem Wasservorkommen, Tümpel und Seen mit natürlichem Plankton und der gesamten Palette optimalen Lebendfutters. Zuchtbecken mit 2 Liter Wasserinhalt und die damit erreichten Zuchterfolge wurden genauso vorgestellt wie die professionellen Zuchtanlagen in deren Becken bis zu 100.000 Liter Wasser Grundlage für eine Massenzucht bieten. Eine Vielzahl von Arten mit deren Zuchtstrategien wurden erläutert. Die Aufzucht mit optimalem Futter konnte als eines der Erfolgsrezepte veranschaulicht werden.

 Ingo Seidel, aqua-global stellte die „Erhaltungszuchtprogramme am Beispiel der L-Welse“ vor.

Sym12Grundlage für eine Erhaltungszucht sind eine klare Konzeptionierung und Auswahlkriterien der betroffenen Arten. Hierbei sind u.a. Biotopzerstörung und Importverbote wichtige Kriterien. Probleme bei der Auswahl der Zuchttiere, Selektion der Nachzuchten und Probleme der Auswahlzucht wurden erläutert. Erforderlich ist eine enge Vernetzung und ein intensiver Erfahrungsaustausch der Teilnehmer und die Bereitschaft, die gleiche Art über Jahre artenrein zu züchten und unter optimalen Bedingungen zu pflegen.

 

„Prachtguramis - ein Erhaltungszuchtprogramm der IGL für hochgradig gefährdete Arten“

Sym13Prof. Dr. Dr. Peter Finke, IGL stellte das Paro Projekt vor, das zwischenzeitlich 5 Jahre alt ist und weltweit ca. 180 Teilnehmer hat. Die Erfolge des Projekts wurden anhand von Zahlen dokumentiert und die betroffenen Arten aufgezeigt, Maßstäbe zur Bedeutung der Gattung erläutert und die Problematik der Erhaltungszucht im allgemeinen und im Fall des Paro Projektes dargestellt. Die langjährige Patenschaft für mehrere Arten wurde als sehr problematisch erachtet, hier ist eine Patenschaft für nur eine Art, auf Grund der Belastbarkeit ausreichend. Zugleich stellte Prof. Dr. Dr. Finke fest, dass über eine anspruchsvolle Tätigkeit mit der Aquaristik ein größeres Interesse der Jugend festzustellen ist.

 Podiumsdiskussion mit Teilnehmern und Referenten:

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An der Podiumsdiskussion nahm für die Veterinäre auch Frau Dr. Nadine Werth teil. Mit Ihr wurden vor allem die Problematik rund um die Zuständigkeiten der Veterinärämter diskutiert. Vorgehensweisen im Handel, Problematik Qualzucht, Börsengenehmigungen, Sachkundenachweis waren einige Themenbereiche, die aus Sicht von Frau Dr. Werth beantwortet wurden.

Der Umfang der Aquarienfischimporte führte zu informativen Diskussionsbeiträgen, bei denen u.a. auch Importzahlen vorgestellt und statistische Betrachtungen über den „Bedarf“ bei ca. 2.000.000 Aquarien in deutschen Haushalten aufgezeigt wurden.

Verluste bei der Einfuhr von Fischen war ein weiteres, in der Vergangenheit oft extrem dargestelltes Problem. Hier konnte auf eine Dipl. Arbeit eines anwesenden Teilnehmers zurückgegriffen werden. Diese Ergebnisse stellen signifikant fest, dass die Verlustrate 1 – 2 % beträgt. Da „Transportschäden“ in Form von Fehlleitungen von Sendungen, überlanger Transportdauer durch Flugausfälle usw. in dieser Aufstellung mit erfasst wurden, ergab sich bei nicht Berücksichtigung dieser Verluste eine Rate von nur 1 %.

Das Bild der Referenten zeigt, dass alle gestellten Fragen zur Zufriedenheit beantwortet werden konnten.

 Sym15Ein entspannter VDA-Präsident konnte gegen 16.00 Uhr das VDA-Vivariatik Symposium 2010 schließen und nochmals den Referenten, der DATZ und dem ZZF für deren Unterstützung zum Gelingen des Symposiums danken.

 

Wir laden jetzt schon alle Interessierten zum nächsten VDA-Vivaristik Symposium nach Fulda ein.

 

 

Günther Reichert

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 05. Mai 2010 um 16:03 Uhr  
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